Bierverkostung beim Bierhandwerk

Das Bierhandwerk-Tasting-Panel

Wir in Freising/Weihenstephan haben den Luxus, in einer Region beheimatet zu sein mit der wahrscheinlich höchsten „Brauerdichte“ in Deutschland, vielleicht sogar der Welt. Durch diesen „Standortvorteil“ kam eigentlich relativ schnell die Idee auf, diese Verkostungspanels zu gründen.

Durch die beiden Freisinger Brauereien, dem Maschinen- und Sudhaushersteller Steinecker (Fa. Krones), die Nähe zur Bierstadt München, aber vor allem durch die Studierenden und Mitarbeiter der Studienfakultät Brau- und Lebensmitteltechnologie der TU München, welche in Freising beheimatet sind, leben und arbeiten hier sehr viele gelernte Brauer, Braustudenten, Brauingenieure, Wissenschaftler, Doktoranden und auch Professoren.

Freising ist eine Stadt, die seit 1040 die älteste Brauerei der Welt beheimatet und seit über 150 Jahren in der Forschung und Lehre des Brauwesens tätig ist. Das sind schon mal gute Voraussetzungen. Alleine 600 Studierende über alle Semester verteilt, leben, studieren und lernen in Freising, um einen Abschluss im Brauwesen zu erlangen. Ebenso wie viele ehemalige „Weihenstephaner“, die nach wie vor in Freising leben oder in der näheren Umgebung arbeiten.

Die mehr als lebenswerte und schön gelegene Stadt Freising gilt auch als das „Tor“ zur Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt. Insgesamt also die besten Voraussetzung, hier in Freising „Bierhandwerk“ zu gründen. Aufgrund dieses „Standortvorteils“ organisierten wir ein Tasting, in dem wir den Verkostern insgesamt 150 verschiedene Biere im Blindtest anboten. Wie das ablief, wer dabei war, welche Biere es gab und wie diese Biere bewertet und welche es letztendlich in den Shop geschafft haben, möchten wir euch hier gerne erklären.

An einem Sonntagvormittag trafen sich 30 geladenen Verkoster im „Furtnerbräu“ in Freising, um eine Auswahl an Bieren zu verkosten und zu bewerten. Dafür entwickelten wir einen eigenen Verkostungsbogen, der uns Informationen zu Geschmack, Qualität und Gesamteindruck des Bieres vermitteln sollte. Wichtig war uns vor allem, dass die Verkostung „quasi blind“ erfolgte. Die Taster wussten, um welchen Bierstil (beispielsweise Pale Ale oder IPA) es sich handelte und bekamen sämtliche Informationen, die auf dem Label zu finden waren. Somit kannten sie bei allen Bieren den Alkoholgehalt und das MHD, bei vielen anderen zusätzlich noch die IBU oder den Stammwürzegehalt. Nur den Namen der Brauerei und des Bieres wussten unsere Verkoster nicht, um sich von eventuellen Sympathien nicht beeinflussen zu lassen.

Wir starteten in Sessions von immer fünf Bieren und in Gruppen von drei Personen, die alle das gleiche Bier vorgesetzt bekamen. Nebene vielen Beschreibungen wollten wir folgende Informationen von unseren Verkostern haben:

  • In welcher Situation würden sie dieses Bier am ehesten trinken?
  • Wie hoch ist für Sie der Wiederkaufswert in Bezug auf die von Ihnen beschrieben Situation?

Besonders die „Wiederholungsgefahr“ war für uns von Bedeutung. Hier konnten die Taster in einer gemeinsamen Meinung der Dreiergruppe, einen Wert von 0 bis 100% angeben. Dies war für uns ein guter Richtwert, neben den weiteren gewonnen Daten, welcher Biere wir in unseren Shop aufnehmen würden.

Unser Verkosterpanel war ein lässig gemischter „Haufen“ voller Brauer und Bierenthusiasten. Ein gutes Drittel der Taster waren Studierende aus Freising, die an der Uni das Brauwesen zu ihrer Profession machen wollen. Ein weiterer Teil waren Brauer bzw. Braumeister diverser (Craft-) Brauereien. So waren Bryan France von Yankee & Kraut, Johannes Kugler und Thomas Mauer von Brew Age oder Dr. Johannes Tippmann, Leiter der Forschungsbrauerei der TUM Teil der Verkoster-Riege. Außerdem halfen uns noch einige Brau-Doktoranden der Uni, die Bierliebhaberin und Journalistin Mareike Hasenbeck von Feiner Hopfen, oder der Leiter der Genussakademie von Doemens e.V. , Dr. Michael Zepf, unsere „Startauswahl“ des Bierhandwerk-Shops auszusuchen.

Nach der Verkostung von gut 50 Litern verschiedenster Biere in knapp fünf Stunden waren alle entsprechend erschöpft. Eine ausgiebige Brotzeit half uns wieder auf die Beine und das Tasting endete mit tollen Gesprächen und Ratschlägen zu unserem Shop- und Magazinkonzept, welche wir dankbar annahmen.

Nach langen Nachmittagen der Auswertung fassten wir dann einen Beschluss: die Daten und Bewertungen, die wir aus diesem Tasting gewonnen haben, sind nicht nur für uns sehr wertvoll, sondern wir wollen diese auch unseren Kunden zugänglich machen. So sind diesen nun im Onlineshop immer auf der linken Seite der Bierbeschreibung nachzulesen.

Diese Verkostungsrunden wollen wir nun alle 2 bis 3 Monate wiederholen. Dazu werden immer wieder neue Taster eingeladen, um immer frische Ansichten, Anregungen und Ideen zu bekommen und neue Bierfreunde kennenzulernen. Natürlich werden wir immer wieder über unsere Tastings berichten und euch auf dem Laufenden halten.


Galerie