Brown Ale von Tilmans Biere

Angloamerikanische Bierstile, Teil 2

Amber Ales, Red Ales Brown Ales, Dark Ales

Die Namen Amber, Red, Brown und Dark Ale sind auf deren charakterisierenden Farben zurückzuführen. So ist das Amber Ale bernsteinfarben, das Red Ale rötlich, das Brown Ale braun und das Dark Ale dunkelbraun bis schwarzbraun. Die älteren, sozusagen „klassischen“ Brown Ales wurden bereits im 15. Jahrhundert in Großbritannien gebraut. Vorwiegend im Nordosten Englands und insbesondere in den Regionen um Newcastle.

Auf Grundlage des Brown Ales bildeten sich Amber, Red und Dark Ales. Die dunkleren Farben dieser Biere sind auf die zur Herstellung verwendeten Malze zurückzuführen. Diese waren aufgrund direkter Befeuerung der Gerste grundsätzlich dunkler, erst ab dem 18. Jahrhundert war die Herstellung hellerer Malze möglich. Den vier genannten Ale Typen gemeinsam ist, dass sie alle mittels obergäriger Hefen vergoren werden. Im 19. Jahrhundert wurden diese Stile von den aufkommenden Lagerbieren größtenteils bis auf einige hartnäckige Gasthausbrauereien und Pubs verdrängt.

Mit der Entstehung der CraftBier Szene in den USA wurden diese Stile jedoch weitgehend wiederbelebt.brew-dog-five-am-live5
Brown und Dark Ales werden von einer karamelligen und zuweilen auch nussigen Aromatik geprägt. Das ganze Profil wird unterstützt von einer feinen Süße. Das Aroma des Hopfens hält sich bei diesen Bieren dezent im Hintergrund. Im Gegensatz zu den Amber und Red Ales, wo der Hopfen neben dem vorwiegend malzigen Charakter des Bieres eine stärkere Rolle einnimmt. Dies zeigt sich auch bei den Bittereinheiten.

Die Bittere typischer Vertreter des Brown und Dark Ales, wie beispielsweise Samuel Smith´s Nut Brown Ale oder Dark Side von Camba Bavaria rangiert zwischen 15 und 20 IBU (IBU= International Bitter Unit).

Das 5 AM Red Saint von Brew Dog hingegen enthält 35 IBU und ist damit fast so bitter wie ein klassisches Pale Ale. Die Stammwürze dieser Ale-Arten liegt etwa zwischen 11,5 und 17° Plato, welches einem Alkoholgehalt von 4,5 bis 7 Vol.-% entspricht.

 

 

 


Autor
DSC06292 Luca Reichwald

Bevor ich vor ca. 3 Jahren das erste Mal den Kontakt zu Craftbier geknüpft habe, war mir Bier nicht als Genussmittel bekannt. Ich beschloss Brauwesen zu studieren aufgrund der gesellschaftlichen Atmosphäre, die die Bierbranche auch heute in Zeiten der Globalisierung noch hegt. Zudem reizte mich die Verbundenheit zu Tradition und Qualität, die trotz des technischen Fortschritts immer noch gewahrt wird.
Die immense Geschmacksvielfalt, die Bier aufweisen kann war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht geläufig. Das erste Craftbier was ich probierte, ein IPA, war daher für mich so etwas wie eine Offenbarung. Seitdem bin ich immer gespannt darauf Neues zu probieren, denn das Potential neuer Sorten ist noch lange nicht ausgeschöpft. Zudem freue ich mich darauf meine Begeisterung mit unseren Kunden teilen zu dürfen und so vielleicht auch den Einen oder Anderen, ähnlich wie bei mir, zu erleuchten.
Zu dem Wahren von Tradition ist bei mir übrigens das Wiederaufleben von Tradition als Motivation hinzugekommen. Denn die meisten der bekanntesten Craftbier Stile sind vor einigen hundert Jahren teilweise verschwunden und wurden dank der neuen Bierbewegung wiederentdeckt.


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