Die Bierspezialitäten von Riegele

„Noctus 100“ von der Riegele Biermanufaktur

Das schwarze Geheimnis des „Noctus 100“

Wenn eine Brauerei auf eine 630-jährige Geschichte zurückblicken kann, dann ist Tradition in den Genen der Inhaberfamilie fest verankert. Zwar verlassen aus der 1386 gegründeten Braustätte schon seit jeher klassisch-bayerische Bierspezialitäten den Sudkessel. Aber als die Konsumenten begannen, sich immer mehr für moderne Bierstiele zu interessieren, musste Sebastian Priller-Riegele umdenken. Inzwischen ist der Chef des Brauhaus Riegele in Augsburg ein Wanderer zwischen zwei Welten. Einerseits steht der Ex-Weltmeister der Biersommeliers mit Herzblut hinter seinen traditionellen Produkten. Anderseits liebt er es, kreative Biere mit ganz ungewöhnlichem Aromaspiel zu entwickeln.
Eines aus seiner Spezialitäten-Reihe ist das Imperial Stout namens „Noctus 100“. Diese Zahl im Titel soll die Optik des Bieres auf der Farbskala verdeutlichen. Aus dem lateinischen bedeutet „Noctus“ schwarz – und genauso präsentiert sich der zehnprozentige Trunk im Glas: Tiefschwarz. Für das Farbspiel und den wuchtig-cremigen Körper sorgen vor allem die verwendeten Getreiderohstoffe: Geröstete Gerste, Caramünch, Weizen- und Schokoladenmalze, sowie die historischen Sorte „Steffi“. Gebraut wird das Imperial Stout in drei Maischeverfahren. Zur Gärung warfen die Braumeister irische Ale Hefe in den Sud. Gehopft ist es mit den Sorten Hersbrucker und Opal.
Appetitlich getoppt ist Noctus 100 mit einem sahnigen Schaum. In der Nase fallen sofort die für diesen kräftigen Bierstil typischen Kaffee- und Röstmalzaromen auf, aber dazu gesellen sich noch fruchtige Noten. Am Gaumen moussiert das Stout angenehm, während sich die speziellen Geschmacksnuancen deutlich ausbreiten: Zartbitterschokolade vereint sich mit Früchten wie Kirsche und Brombeere, dazu ein Hauch Orange. Obwohl der Körper mächtig daher kommt, wirkt das Bier trotz den zehn Prozent nicht zu deftig. Um das volle Aroma heraus zu kitzeln, bietet sich eine optimale Trinktemperatur von 18 Grad an.
Wie gut die Hopfensäfte beim Konsumenten ankommen, bestätigte sich erst im vergangenen Jahr beim „International Craft Beer Award“. So wurden nicht nur Riegele-Produkte ausgezeichnet, sondern auch Braumeister Frank Müller als Deutschlands Craft-Biermacher Nummer Eins geehrt.

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Zum Noctus 100 von Riegele im Bierhandwerk-Shop

Autor
Mareike Hasenbeck (Foto: Elena Hasenbeck) Mareike Hasenbeck

Früher habe ich mich nie so richtig für Bier begeistern können. Und das, obwohl ich im bayerischen Bierdorf Aying aufgewachsen bin – mit Blick auf die alte Brauerei, in der seit 130 Jahren traditionelle Spezialitätenbiere gebraut werden. Doch erst der Genuss eines modernen India Pale Ale aus einer amerikanischen Craft-Brewery – mit all seinen subtilen Aromen und dem virtuosen Zusammenspiel diverser Hopfensorten – hat mich wirklich für das Thema Bier fasziniert. Inzwischen betreibe ich mein Portal feinerhopfen.com seit mehr als drei Jahren und war damit eine der ersten Bloggerinnen, die sich der jungen Craft-Bierbranche widmeten.

Mein Name ist Mareike Hasenbeck, ich bin 30 Jahre alt, lebe in München, wurde beim Nachrichtenmagazin FOCUS ausgebildet und arbeite als freie Journalistin für Medien wie FOCUS, Playboy und Lust auf Genuss. Außerdem schreibe ich Beiträge, Kommentare und Kolumnen für das CRAFT-Magazin und Zeitschriften wie „Echt Bayern“, Freundin, und zahlreiche andere Medien, darunter auch die Huffington Post. Meine Themen drehen sich um alle Formen des Lifestyles mit dem speziellen Ansatz von Genuss.

Was meine Begeisterung für Craft-Bier betrifft, so bin ich weder Sommelière noch Diplombraumeisterin oder Getränkewissenschaftlerin. Ursprünglich habe ich mal an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Nordische Philologie, Neuere Deutsche Literatur, Theaterwissenschaft und Germanistische Linguistik mit Magister-Abschluss studiert. Zum Bier habe ich also eher einen kulturellen Bezug und betrachte kreative Hopfensäfte vielmehr aus der Sicht einer genussfreudigen Konsumentin. Denn gutes Essen und spannende Drinks schätze ich allerdings schon seit frühster Kindheit – früher allerdings ohne Alkohol!