Mareike Hasenbeck

„Laguna Westcoast IPA“ von Himburgs Braukunstkeller

Aussehen: Das Auge trinkt mit! Deshalb muss hier zu allererst das neue Design von Himburgs Braukunstkeller gelobt werden. Das Etikett ist jetzt auffällig, kontrastreich und iconisiert. Dadurch wirkt es sehr hochwertig, einzigartig und edel. Das macht Lust, gleich den Inhalt zu probieren. Im Glas leuchtet das 6,8-prozentige India Pale Ale dann in einem kräftigen Orangeton, natürlich unfiltriert. Getoppt ist das Bier von einem standhaften, schneeweißen feinporigen Schaum. Macht richtig Appetit.

Laguna Westcoast IPA von Braukunstkeller
Laguna Westcoast IPA von Braukunstkeller

Geruch & Geschmack: Sobald das „Laguna“ ins Glas läuft, fluten genüssliche Fruchtaromen den Raum. Es strömen Noten von superreifer Ananas, gepaart mit harzigen Nuancen und einem Hauch von Pfirsich in die Nase. Da zeigen schon die verwendeten Hopfensorten Cascade, Chinook und Centennial ihre volle Pracht. Im Antrunk harzig-süß, bis sich am Gaumen vollmundig aber dennoch frisch, fruchtige Zitrusaromen von Grapefruit und Blutorange ausbreiten. Dazu gesellt sich geschmacklich wieder die überreife Ananas und etwas Pfirsich. Untermauert ist das IPA von einem harmonischen Malzbett aus „Pilsner-Cara Pils“ und „Cara-Münch“, das zart die Zunge streichelt. Wir sind hier übrigens bei 16° Plato. Ein bisschen erinnert das Malzgerüst auch an Biskuit. Im Vordergrund stehen aber die hopfig-fruchtigen Komponenten, die zusätzlich von würzigen und kiefernartigen Einschlägen begleitet werden. „Laguna IPA“ verabschiedet sich mit herben 77 Bittereinheiten, die noch lange in der Kehle zurückbleiben. Wirklich ein rundes und sehr ausgewogenes Bier. Da kann sich so mancher US-Brauer noch was von der deutschen IPA-Kunst abschauen.

Hintergrund: Das India Pale Ale, kurz IPA, gilt als die Mutter der Craft-Biere. Die meisten Brauer, die anfingen auf Craft zu setzen starteten mit dieser Sorte. Dabei geht es um einen stark gehopften obergärigen Stil. Zu unterscheiden ist zwischen englischen IPAs, die eher etwas malziger und würzig gehalten sind, und den amerikanischen, die volle Fruchtbomben ins Glas bringen. Anfangs wurde bevorzugt Cascade Hopfen verwendet. Mittlerweile liefert die Vielfalt der Aromasorten ein riesiges Spielfeld für Brauer, die zeigen wollen, was das grüne Gold so draufhat. Genauso wie beim vorgestellten Laguna. Alexander Himburg ist eben ein echter Hophead.

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Autor
Mareike Hasenbeck (Foto: Elena Hasenbeck) Mareike Hasenbeck

Früher habe ich mich nie so richtig für Bier begeistern können. Und das, obwohl ich im bayerischen Bierdorf Aying aufgewachsen bin – mit Blick auf die alte Brauerei, in der seit 130 Jahren traditionelle Spezialitätenbiere gebraut werden. Doch erst der Genuss eines modernen India Pale Ale aus einer amerikanischen Craft-Brewery – mit all seinen subtilen Aromen und dem virtuosen Zusammenspiel diverser Hopfensorten – hat mich wirklich für das Thema Bier fasziniert. Inzwischen betreibe ich mein Portal feinerhopfen.com seit mehr als drei Jahren und war damit eine der ersten Bloggerinnen, die sich der jungen Craft-Bierbranche widmeten.

Mein Name ist Mareike Hasenbeck, ich bin 30 Jahre alt, lebe in München, wurde beim Nachrichtenmagazin FOCUS ausgebildet und arbeite als freie Journalistin für Medien wie FOCUS, Playboy und Lust auf Genuss. Außerdem schreibe ich Beiträge, Kommentare und Kolumnen für das CRAFT-Magazin und Zeitschriften wie „Echt Bayern“, Freundin, und zahlreiche andere Medien, darunter auch die Huffington Post. Meine Themen drehen sich um alle Formen des Lifestyles mit dem speziellen Ansatz von Genuss.

Was meine Begeisterung für Craft-Bier betrifft, so bin ich weder Sommelière noch Diplombraumeisterin oder Getränkewissenschaftlerin. Ursprünglich habe ich mal an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Nordische Philologie, Neuere Deutsche Literatur, Theaterwissenschaft und Germanistische Linguistik mit Magister-Abschluss studiert. Zum Bier habe ich also eher einen kulturellen Bezug und betrachte kreative Hopfensäfte vielmehr aus der Sicht einer genussfreudigen Konsumentin. Denn gutes Essen und spannende Drinks schätze ich allerdings schon seit frühster Kindheit – früher allerdings ohne Alkohol!


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